Sehen mit allen Sinnen
 

Sehen mit allen Sinnen

Bereits Maria Montessori setzte sich für das Lernen mit allen Sinnen ein. Leider hat uns die technisierte Welt vergessen lassen, dass Sehen in Körpererfahrung und in Lernen mit allen Sinnen eingebettet sein sollte: Sich ein Bild machen können von dem was man sieht und es verknüpfen mit den anderen Sinnen erfordert Seherfahrung, die von der Qualität vieler Lernprozesse abhängt. Das eigentliche „Sehen” ist das Ergebnis des Zusammenwirkens aller beteiligten Einzelfunktionen. Nur im fließenden Zusammenspiel dieser Teilbereiche, besteht eine gute visuelle Leistungsfähigkeit. Ist doch z. B. die bildliche Vorstellung einer Orange gleichzeitig auch mit dem Bewusstsein von deren Geschmack und dem Anfühlen ihrer Oberfläche verbunden.

 

Versuche haben gezeigt, dass sogenannte Spiegelzellen, die das Nachahmen von Bewegungen und Gebärden ermöglichen, nicht anspringen, wenn Eindrücke via Bildschirm vermittelt werden: In völlig statischer Körperhaltung lassen Fernsehen und Computer schnellste Bewegung „erleben”. Durch diese gewaltige Irreführung der Wahrnehmung kommt es zu weitreichenden Sehdefiziten. Erst der persönliche physische Kontakt und die Kopplung mit eigenen Erfahrungen ermöglichen Speicherung, Verstehen und Umsetzung des Gesehenen.

 

Es lohnt sich also, die Aufnahme von Seheindrücken so optimal wie möglich zu gestalten: In natürlicher Umgebung ist das Sehen ein sehr dynamischer Vorgang, bei dem Blickbewegungen dazu führen, dass die Augenmuskulatur in optimaler Gebrauchsfähigkeit gehalten und Gesehenes zu Erlebtem wird.

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